Autor: DocTotte

  • Lebanon

    Tolle Bilder hat er schon, der Film, dessen Zentrum im Panzer während es Libanonkrieges 1982 bleibt, aber Samuel Maoz hat leider das Script sträflich vernachlässigt, wodurch Figuren wie der Kriegsgefangene ewig lange unerwähnt bleiben, bis sie plötzlich wieder von Interesse sind. Fazit: ein wichtiger, aber kein sehr guter Film. Zum Thema empfehle ich dagegen diesen […]

  • Worte des Vorsitzenden Mao Tse-Tung

    Die Mao-Bibel – wer kennt sie nicht von 68er-Fotos? Wer kennt nicht solch lustigen Ausdrücke wie Papiertiger, die fleißig in unsere Sprache lehnübersetzt wurden? Aber wer kennt den Text denn eigentlich wirklich noch? Eben. Deshalb war ich hochbegeistert, als ich die Mao-Bibel auf einem Kieler Flohmarkt in die Finger bekam und endlich selbst lesen konnte, […]

  • Casino Royale

    Bei dem Film, in dem gleich eine ganze Horde Bonds in hirnlosester Manier gegen das Böse im Allgemeinen und Speziellen kämpft, handelt es sich eindeutig um den dümmsten Film aller Zeiten – trotz Starbesetzung*. Fazit: Man kann nicht so schnell vor dem Film weglaufen, wie man es müsste. Ich preise heute schon den Tag, an […]

  • Wolfgang Martynkewicz, Arno Schmidt (Rowohlt-Biographie)

    Passt gut, weil der gute Arno Schmidt neulich seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Tja, zu dieser Rowohl-Biographie möchte ich besonders wenig sagen: ein bisschen Faktensammelei. Wunderbare Details erfährt man besser in anderen Büchern wie den Tagebüchern, Wu hi und diesem Ausstellungskatalog. Und etwas Umfassenderes erwarte ich eigentlich mit der Schmidt-Biographie, an der Bernd Rauschenbach seit […]

  • Ein Mann von Welt

    Der skandinavische Film – abgesehen von dem Dogmaschrott bekanntermaßen weitgehend von mir geschätzt – hat mit „Ein Mann von Welt“ ein interessantes Stück Norwegen in die Kinos geschoben, das zu Unrecht mit „I Kina spiser de hunde“ und „Old men in new cars“ in einen Topf geworfen wird, weil es ein sehr originäres Stück norwegische […]

  • Curt Hohoff, Kleist (Rowohlt-Biographie)

    Ich fürchte, an Kleist scheiden sich die Geister. Was hab ich mir für Meckereien anhören müssen von Leuten, denen er in der Schulzeit gehörig vergällt wurde. Das ist echt schade. Denn Kleist ist nicht nur eine wichtige Größe für die deutschsprachige Zeitungsevolution, sondern ein ganz besonderer Formulierungskünstler, dergestalt, dass er, und zwar gern auch als […]

  • Black Swan

    Wenn man wie ich von einem Ballettfan zu dem Film überredet wird, kann man erleben, dass die Erwartungen lustig springen, weil echte Ballettfreunde zweifellos von dem Film enttäuscht sein werden, die Mitgänger aber mehr bekommen, als sie erwartet haben: einen so gerade noch passablen Thriller mit viel zu viel zu viel zu vielen Twists. Fazit: […]

  • Edgar Allan Poe, Der Rabe

    In diesem Band aus der Haffmans-Ausgabe sind neben Poe-Gedichten – der Titel verrät es bereits – drei Essays versammelt: Heureka, die Methode der Komposition und Maelzels Schachspieler. Ich mach es kurz: Poes Gedichte sind nicht meine Welt. Mit Ausnahme des Raben finde ich sie alle, sagenwirmalfreundlich: öde. Interessanter sind da die Essays, auch wenn es […]

  • The Man Who Wasn’t There

    Die heutige Filmkritik gilt zugleich dem Sender einsfestival, dem ich es ganz überraschend verdanke, die wunderbaren Bilder dieses einfachen und dennoch höchst ausgeklügelten Coen-Streifens sehen zu können, in dem es auf faszinierende Weise um eine kaputte Ehe, eine Erpressung, Mord und Totschlag geht. Fazit: Zwar kein aktueller Film, aber gucken! Es lohnt sich!

  • Thomas Coraghessan Boyle, América

    Als Person fand ich T.C. Boyle ja durchaus schon länger interessant. Einen Anlass, etwas von ihm zu lesen, bot sich dagegen über die Jahre partout nicht – bis der Roman América im letzten Jahr als Gratisbuch auf der Buch Wien verschenkt wurde. Zu der Frage, warum da grundsätzlich bekannte, sich gut verkaufende Autoren gratis rausgegeben […]