Essays, Skizzen und Gedanken

Kategorie: Amerikanischer Film Seite 2 von 11

The Hateful Eight

Ach, Tarantino, längst bist du jenseits von Gut und Böse, du hast lange schon den Punkt erreicht, an dem dein jeweils neuer Film nicht mehr als Film, sondern nur noch als Tarantino gefeiert werden; umso schöner, wenn solch ein Tarantino angenehm kurzweilig ausfällt.

Fazit: Bei diesem Film herrscht höchste Spoilergefahr!

Hail, Caesar!

Mit diesem Film verbeugen sich die Coens und eine Reihe von Schauspielern vor dem, was in den Fifties in Hollywoods Studios möglich werden konnte – wohl dem, der auch nur einen Bruchteil der Anspielungen zu erkennen vermag!

Fazit: nicht der beste Coen-Film, trotzdem vielschichtig

The Martian

Diese moderne auf den Mars verlegte Robinsonade verblüfft mit einer kindlich-naiven und vor allem unhinterfragenden Technikgläubigkeit, die Esoterikfanatikern in ihrer Überzeugung kaum nachsteht und erschreckend viel über die Psychologie der „zivilisierten“ Gesellschaft verrät; viel mehr übrigens als es der Film vermag, die Psychologie jemandes darzustellen, der allein auf einem fremden Planeten zurückgelassen würde.

Fazit: leider nicht mehr als ein typischer NASA-Werbefilm mit banalem Gute-Laune-Appeal (und für mich der erneute Beweis, dass Scott-Filme längst so öde sind wie Spielberg-Erzeugnisse)

The Revenant

Trotz beeindruckender Kamerafahrten versinkt Iñarritu bei der Verbildlichung der Geschichte des Hiob der amerikanischen Neuzeit ein bisschen zu sehr in mystischen Szenen, um den Film wirklich gut werden zu lassen.

Fazit: Erwartungen bitte zu Hause lassen

Frühstück mit Bären

Ein gemischt unterhaltsamer Streifen, in dem ein alter Redford mit einem noch älteren Nolte gemeinsam ihre Grenzen auf dem Appalachian Trail ausloten, bis sie zum leicht unbefriedigenden Schluss einsehen, nicht mehr 20 zu sein.

Fazit: Nolte und Redford demontieren sich hier selbst auf amüsante Weise, bleiben aber leider insgesamt etwas fad.

Escobar – Paradise Lost

Die banale Migrierung der Letzte-König-von-Schottland-Geschichte nach Kolumbien lässt den Film durchweg blass aussehen, obwohl natürlich del Toro wenigstens die ein oder andere Facette schillern lässt.

Fazit: muss man nicht sehen

The Shining

Kubrick hat in diesen Film dermaßen viel Verstörung gesteckt, dass der Film bei aller ästhetischen Perfektion und Qualität, die er dem geschulten Auge und Intellekt bietet, für so manchen Normalsterblichen unverständlich bleiben muss, darunter amüsanterweise auch Autor King.

Fazit: ein (vielfach unverstandenes) Meisterwerk

PS: Ich werde nie vergessen, wie ich in der großartigen Frankfurter Kubrick-Ausstellung vor der Vitrine mit den Kleidern und Schuhen der Zwillinge stand.

Birdman

Es ist schon vertrackt mit Erwartungen, denn dieser Film weist ein durchaus interessantes Script auf, wäre aber meines Erachtens eher Stoff für Terry Gilliam als für Iñárritu, der hier viel zu sehr an der Technik laboriert, anstatt das zu tun, was er am besten kann: Geschichten erzählen.

Fazit: für sich genommen nicht schlecht, aber von Iñárritu erwarte ich mehr

Spartacus

Der einzige Film Kubricks, bei dessen Produktion er nicht das letzte Wort hatte, weil er kurzfristig auf Wunsch von Kirk Douglas als Regisseur eingesprungen ist, bei dem er sehr deutlich gemerkt hat, dass er nicht in dieser Form für ein Studio arbeiten möchte.

Fazit: schaubar, aber praktisch kein echter Kubrick

Wege zum Ruhm

Ein sehr spannender Film zum unappetitlichen Kapitel der Konsequenzen bei Fahnenflucht während des ersten Weltkriegs, mit äußerst beeindruckenden Bildern in Szene gesetzt.

Fazit: absolut sehenswert!

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