Tottes Lexikon
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Sabine Finzel, Carmen Mayer (Hrsg.), Seelenmusik
Okay, ich gestehe es, ich kenne mit Sabine Finzel eine der beiden Herausgeberinnen gut und auch wenige der in dieser Anthologie versammelten Autoren zumindest vom Sehen. Aber ich möchte betonen, hier unvoreingenommen zu werten. Es finden sich Gedichte, Kurzgeschichten, leicht Experimentelles – praktisch ist hier für jeden was dabei. Die Autoren kommen aus ganz Deutschland…
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Public Enemies
Michael Mann, der Spezi, der von sich glaubt, mit einer HD-Kamera umgehen zu können, hat für seine Verwurstung ein spannendes Kapitel der US-amerikanischen Verbrechensgeschichte genommen, durch den Fleischwolf gedreht und auf den sterilen Boden klatschen lassen, weil er in seiner Blödheit leider vergessen hatte, Qualitätsdarm ans andere Ende zu halten. Fazit: Da die Kamera schlimmer…
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Betrachtungen über einen Kanzlerwahlverein
Kanzlerwahlverein – so hieß die CDU in ihrer Zeit unter Helmut Kohl. Nicht zu Unrecht, denn sie galt damals praktisch als Mehrheitsbeschafferin für Kohl. Dasselbe in krasserer Form hat die norddeutsche Pfarrerstochter erreicht. Sie hat der Union so unmerklich den Teppich unterm Boden weggezogen, dass diese Partei gar nicht weiß, was sie ohne Angie machen…
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Daniel Paul Schreber, Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken
Ein ganz besonders spannendes Werk. Verfasst vom Sohn des Schrebergartenschrebers beschreibt es aus der Ichsicht, wie ein im Prinzip normal in die Gesellschaft integrierter Mensch nach und nach durchknallt und immer wahnhaftere Züge annimmt. Es geht um pseudoaltreligiösen Unsinn, Strahlen, die mich an Außerirdische erinnerten (wenngleich ich mich zu erinnern glaube, dass Schreber nicht von…
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The Limits of Control
Obwohl ich nach Broken Flowers ernste Zweifel daran hatte, dass Jarmuschs nächster Streifen NOCH langweiliger würde, hat er es tatsächlich geschafft, einen Schnarchfilm hinzulegen, in dem Auftragskiller Isaach de Bankolé in Spanien von konspirativer Wohnung zu konspirativer Wohnung und von Café zu Café tingelt, dabei ein paar Stars trifft und am einschläfernden Ende mit einer…
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Hundra
Ein lächerlicher nahezu Zero-Budget-Film über eine weibliche Conanvariante, die es in der Sklaverei dank Schminke und einem Frauenversteher von einem Heiler schafft, endlich zu erkennen, wie toll es ist, Frau zu sein. Fazit: zum Weglaufen oder Totlachen, nicht unter 1,5 Promille gucken!
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Deutsche Parabeln
Ich möchte es nicht beschwören, aber ich glaube, das ist eins meiner ältesten (noch lebenden) Reclam-Heftchen. Praktischerweise wurde diese Parabelsammlung mit Texten von u.a. Lessing, Schiller, Claudius, Pestalozzi, Paul, Kleist, Brentano, Büchner, Schopenhauer, Nietzsche, Ebner-Eschenbach, Kafka, Bloch, Musil, Brecht, Frisch, Johnson und vielen anderen. Anders als andere Reclams hatte es den Vorteil, dass alle Jahre…
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Mesdames et Messieurs – wir erheben uns von den Plätzen
Amüsant, schroff, kategorisch – man kann vieles über Marcel Reich-Ranicki sagen, aber er war vor allem wichtig. Wichtig für unsere Literatur, wichtig für unsere Kultur und auch wichtig für mich persönlich. Ich bin froh, in einem Zeitalter gelebt zu haben, das sich mit dem seinen überschnitten hat. In stillem Gedenken.
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