Ein ausgewalztes Gedankenspiel ist dieser Text von Schmidt. Ich habe ihn sowohl in der Bargfelder Ausgabe wie auch als Fischer-Taschenbuch vorliegen (bei Interesse bitte melden, ich versuche derzeit, Dubletten zu reduzieren). Schmidt schildert in dieser Endzeitgeschichte die Existenz und das Treiben auf der nur von Gelehrten bewohnten künstlichen Insel IRAS, die im Pazifik treibt. So doof die Geschichte in vielen Teilen ist (sorry, anders kann man es nicht sagen), so interessant finde ich seine Herangehensweise. Das ganze wird als Reisetagebuch geschildert, das aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt worden sei. Natürlich wird auch das ach-so-neutrale Gelehrtentreiben auf der Insel von amerikanischen und sowjetischen Spionen hintertrieben. Somit kann die Lehre nur sein: Auch von dieser Seite ist keine Hilfe zu erwarten.

Im Ganzen also nett, aber in der Qualität letztlich nur wenig wertvoll. Übrigens im Ganzen eine Anleihe an Klopstocks Gelehrtenrepublik, die ich – ungelesen – für noch belangloser halte.