Es gab, das ist freilich schon mehr als zwei Jahrhunderte her, mal eine Mode der Empfindsamkeit in der europäischen Literatur. Aus dieser Mode ist eine ganze Reihe Bücher entstanden, die man größtenteils bedenkenlos in der Pfeife rauchen kann. Den Nullpunkt dazu setzte Laurence Sterne mit dieser Reisebeschreibung. Den Tristram Shandy hatte ich Jahre vorher gelesen und mich bekanntlich sehr darüber amüsiert. Okay, schon durch das Wissen über die Empfindsamkeit wusste ich, dass ich nichts damit Vergleichbares in der Reise finden würde. Aber ich muss zugeben, dass ich mich noch mehr gelangweilt habe, als ich ohnehin befürchtet hatte.

Immerhin möchte ich noch eine Sache erwähnen, die meine Ausgabe enthält: eine weitere Mode der damaligen Zeit. Da es noch kein Urheberrecht gab, produzierten die Drucker nicht nur zahlreiche Raubkopien, sondern es kam immer wieder vor, dass Trittbrettfahrer vom Erfolg profitieren wollten. Deshalb schreiben andere Leute besonders erfolgreiche Bücher einfach fort – so wie in diesem Fall. Üblicherweise sind derartige Fortsetzungen gewöhnlich so schlecht geschrieben, dass schon an Wortschatz und Stil erkennbar ist, dass es nicht vom vorgeblichen Autor verfasst wurde. Von den Ideen einmal ganz zu schweigen.

Um noch einmal zusammenzufassen: Sterne konnte schreiben. Aber man sollte den Tristram Shandy lesen.