Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Harper Lee, To Kill a Mockingbird

Es gibt doch noch erstaunlich viele Mottenlöcher im Teppich der Literatur. Umso angenehmer bin ich überrascht, wenn ich mal wieder eins stopfen kann. Es handelt sich um einen Klassiker aus dem Englischunterricht – der wie zu erwarten von meiner Englischlehrerin nicht einmal angeboten wurde, da sie die mieseste Englischlehrerin aller Zeiten war.

Zum Inhalt möchte ich mich hier gar nicht näher auslassen, sondern lieber betonen, dass es ein gutes Buch ist. Hatte ich beim Lesen selbst manchmal den Eindruck „Warum erzählt sie jetzt diese Episode?“, merkt man später, dass wirklich keine der erzählten Geschichten fehlen darf, ohne das Ganze einzuschränken. Der Stil selbst gefällt mir ebenfalls.

Das größte Manko, wenn es denn eins ist, sehe ich in Capotes Behauptung, er hätte Teile für Lees Buch geschrieben (s. z.B. hier). Das erinnert mich nämlich sträflich daran, dass ich seit Jahren schon mal was von Capote lesen möchte, aber irgendwie nicht dazu komme.

Zuletzt möchte ich erwähnen, dass ich den Anstoß und das Buch zur Lektüre George verdanke. Merci dafür! (BTW: Hatte ich Dich eigentlich richtig verstanden, dass Du die Bücher loswerden wolltest oder war das leihweise? Dann könnte ich Mockingbird nämlich schon zurücksenden.)

Vorheriger Beitrag

Philip K. Dick, Die VALIS-Trilogie

Nächster Beitrag

Kim Stanley Robinson, Die Romane des Philip K. Dick

  1. maja

    Bewundernswert, soviel zu lesen. ich hab das irgendwie verlernt.

    • Ab und zu sollte man doch in den Spam-Ordner schauen, in dem – warum auch immer – Dein Kommentar gelandet ist. Je nun, was das Bewundernswerte angeht, vergiss nicht, dass ich hier Sachen vorstelle, die ich über Jahrzehnte gelesen habe. Das relativiert die Menge gewiss. Trotzdem hast Du insoweit recht, als ich phasenweise sehr viel lese, beispielsweise während der Promotion (ich musste einfach meinen Worttank auffüllen, dieses einfallslose Dummgequatsche wissenschaftlicher Literatur erträgt man auf Dauer nicht als einzige Lektüre). Im Moment würde ich gern mehr lesen (berufliche Zwangslektüre blende ich da mal aus), aber mir fehlt seit Monaten notorisch Schlaf, weil es mir leider nicht gelingt, eine Konstante in meinem Leben massiv zu ändern. Deshalb liegen hier zwei Bücherstapel, die nur darauf harren, gelesen zu werden.

  2. Die Bücher wollte ich tatsächlich loswerden, aufgrund beschränkten Raumes (die Führung durch den Keller, der nur aus Büchern, Wein, DVDs und einer versprengten Winterjacke besteht, holen wir irgendwann nach :))
    Freut mich sehr daß es dir so gefallen hat, andererseits hatte ich da auch keinerlei Zweifel.

    Solltest du auch keinen Platz haben reich sie einfach weiter, guter Lesestoff braucht Verbreitung.

    • Ja, ich hatte schon ernsthaft überlegt, Muffy mit dem Buch zu „belästigen“. Ich kann mir vorstellen, dass es das richtige für sie ist. 🙂

      (Muss ich Angst haben wegen der Führung? Ich kenne ja schließlich die Keller vom NHM Wien.)

      • Oh, siehste mal, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, Muffy mit Lesestoff oder auch ein paar Filmchen zu beglücken. Eigentlich beschämend…

        Hab ich dir eigentlich schon mal „The Man Who Laughs“ gegeben, mit Conrad Veidt? Ganz fantastischer Film, noch ohne Dialog aber schon mit Tonspur, eines dieser Übergangsprodukte. Und natürlich mit Happy End, wie es Hollywood bei Victor Hugo fast immer gemacht hat 🙄 Trotzdem aber insgesamt hervorragend.

        • Ach, manchmal kommt man ja gerade aufs Naheliegende nicht. Zum Thema Filmchen frag sie vorher aber mal. Ich weiß nicht, was sie dafür zurzeit für Möglichkeiten hat.

          Nee, von dem Film hab ich noch überhaupt nichts gehört. 🙂

          Als ich Prometheus neulich gesehen habe, war ich übrigens mal wieder in der Lichtburg. Da hatten wir sogar einen kleinen Schnack mit dem Chef, der ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte. Besonders interessant war die massiv rückläufige Entwicklung der Zuschauerzahlen in den Monsterkinocentern im Vergleich zu den Zahlen der wenigen echten Kinos. Hier nur so viel: Es gibt tatsächlich auch mal gute Nachrichten zwischendurch. 🙂

          • Hier habe ich, ohne Insider Schnack, auch den Eindruck daß die Ein-Leinwand-Kinos gar nicht so schlecht laufen. Die tun aber auch was, Schulvorstellungen, Sonntags-Kinder-Matinee (ganz wie früher, und billig!), Nischenfilme, Sneak Previews….

          • Genau. Sie tun wirklich was für die Leute und – welch Wunder – das zahlt sich aus.

  3. Es ist auch einer meiner absoluten Favoriten, und sollte so viele Leser wie nur irgend möglich haben! Danke, dass Du es nochmal erwähnt hast 🙂

    • Je nun, ob ich es gleich zu den Favoriten zählen würde, weiß ich nicht. Wobei ich es derzeit in meine Top 100 aufnehmen würde.

Schreibe einen Kommentar

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: