Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Kategorie: Englischer Film (Page 1 of 2)

Ich, Daniel Blake

Loach, der wohl letzte aufrichtige Marxist, vor dem man sich zu Recht verbeugen kann, stellt hier den bitteren Kampf des kleinen Mannes mit Gerechtigkeitssinn gegen einen Bürokratenstaat dar, der bei aller Realitätswerdung Orwell nur wenig nachsteht.

Fazit: ein wichtiges Stück Zeitgeschichte

Loving Vincent

Die formidable Idee, aus van Goghs Bildern einen „Zeichentrick“ zu erstellen, der über das Ende des Malers Auskunft geben soll, ist zwar technisch grandios umgesetzt, fällt erzählerisch aber leider etwas flau aus.

Fazit: ein Film, der ein neues Verständnis für Tiefe und Bewegung in van Goghs Werk erzeugt

Stanley Kubrick – A Life in Pictures

Dokumentarfilme werden in dieser Reihe extrem selten angesprochen, trotzdem möchte ich dem geneigten Cineasten – so er ihn noch nicht kennt – diese Perle über den Leinwandästheten Kubrick ans Herz legen.

Fazit: einem der Größten zum Gedächtnis

Full Metal Jacket

Als Teenager fand ich den Film zwar spannend, heute betrachte ich dieses Vietnam-Diorama trotz vieler starker Bilder und Szenen tatsächlich als schwächsten Film Kubricks.

Fazit: durchaus sehenswert, aber nicht das Beste

Welcome to Karastan

Hätte ein guter Film werden können mit einem besseren Script, charismatischeren Schauspielern und einer durchdachten Regie, aber weil das alles fehlt, ist ein höchst maues Stück bewegte Leinwand herausgekommen.

Fazit: Welcome to Borestan

Will, folge deinem Traum

Ich hoffe, dass der Film denjenigen gefallen kann, die fußballinteressiert sind und entsprechend nachvollziehen können, was in den Figuren vorgeht – was ich nämlich leider nicht kann, weswegen mir diese Herzschmerzschnarchstory mit permanentem Spielberg-Disney-Geigenschmalz im Hintergrund dermaßen am Allerwertesten vorbeigeht, dass ich mir als fröhliches Alternativprogramm zu dem Film überlegt habe, den Kindern auf den Bolzplätzen der Umgebung bösartig lachend die Fußbälle zu zerstechen.

Fazit: Mein Traum ist, diesen Film nicht gesehen zu haben.

Abbitte

Seit langem endlich mal wieder gesehen, diesen Film um fehlerhafte und falsche Wahrnehmungen, egal ob bewusst oder unbewusst, dabei wurde ich daran erinnert, dass mich gerade die eindringlichen Kamerafahrten bei diesem Film sehr fasziniert haben.

Fazit: Nicht der beste Film der letzten 10 Jahre, aber trotzdem ein wichtiger Film. Angucken!

Horror Express

Eine sehr skurrile Nummer mit Christopher Lee als Wissenschaftler, der in der Mandschurei ein komisches Etwas findet, das er für das Missing Link hält, obwohl es in der Hauptsache außerirdisch ist und das er per Eisenbahn nach Westeuropa transportieren möchte, während es auf der Fahrt sein mörderisches Unwesen treibt.

Fazit: Auf eine eigenwillige Weise bemerkenswert, aber wirklich nur hartgesottenen Filmfanatikern zu empfehlen

Witchfinder General

Vincent Price hat mit Klaus Kinski gemein, dass beide in den 60er und 70er Jahren in allerlei Billigschund mitgespielt haben, was in diesem speziellen Fall eines Films über den Hexenjägern Matthew Hopkins selbstverfreilich nur für Price und mehrere Hektoliter viel zu künstlichen Kunstbluts zutrifft.

Fazit: furchtbarer Trash, aber auf seine Weise unterhaltsam

The King’s Speech

Der Film über die Stotterei von George VI. galt als Oscar-Geheimtipp, bewegt sich meines Erachtens aber zu sehr in der verschnarchten „Unkonventioneller Lehrer hilft einem Regenten, der sich erst weigert, dann aber plötzlich Erfolg hat mit dem Befolgen der Ratschläge“-Schiene.

Fazit: handwerklich sauber; inhaltlich unoriginell, selbst angesichts der historischen Verbürgtheit

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