Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Johann August Apel, Friedrich Laun, Gespensterbuch

Heute spreche ich einen deutschen Klassiker an, der erstaunlich unbekannt ist. Ich hatte mich ja bereits an anderer Stelle darüber ausgelassen, was ich von Geistergeschichten halte. Das Gespensterbuch von Apel und Laun (eigentlich Schulze) hat andere Autoren und Komponisten bewegt. Leider besitze ich lediglich eine gekürzte Ausgabe mit folgenden Erzählungen: Der Freischütz, Der Geist des Verstorbenen, Die Bilder der Ahnen, Der Totenkopf, König Pfau, Die Totenbraut, Die graue Stube, Die schwarze Kammer, Der Totentanz.

Wer es bisher nicht wusste, wird spätestens nach der Nennung der Titel etwas ahnen: Richtig, Apel und Laun legten schon mal die Grundlage für die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Und weil es so schön ist, nutzte das Trio Robert Wilson, William S. Burroughs und Tom Waits das Ganze wiederum für ihr Stück „The Black Rider“ (das ich nebenbei sehr schätze).

Aber das ist noch nicht alles: Denn das Gespensterbuch war schon kurz nach der Entstehung extrem populär. Eine Auswahl der Geschichten wurde ins Französische und ins Englische übersetzt. Diese Ausgabe wurde zur Inspiration einer Gruppe, die sich 1816 am Genfer See einfand: Lord Byron, William Polidori sowie Percy Bysshe Shelley samt Frau Mary. Letztere schrieb bei dieser Gelegenheit die bekannte Geschichte Frankenstein.

Wer solche Erzählungen mag, für den dürfen die Geschichten von Apel und Laun kein blinder Fleck sein!

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  1. CarlMaria

    Da srtimmt leider etwas nicht: »Der Freischütz« ist von Carl Maria von Weber (Libretto von Friedrich Kind). Hector Berlioz hat die Oper für die französische Bühne bearbeitet. Daher rührt vielleicht die Verwechslung, Übrigens gibt es alle fünf Bände der Originalausgabe bei Google Books. Die Geschichten sind sehr lesenswert, auch jene, die in der neueren Auswahlausgabe nicht enthalten sind.

    • Ups. Ich frage mich nur, wie ich da auf Meyerbeer komme. Aber zumindest bleibt die Reihenfolge: erst Apel/Laun, dann Oper. Und danke für den Tipp bei Google-Books!

  2. Höchst zerknirscht gestehe ich hiermit meine völlige Ignoranz ein. Reumütig beuge ich das Knie, und werde mich gleich nach einer Ausgabe umsehen. Die dann hoffentlich bezahlbar ist :))

    • Hnihihi, aus der Buchbeschreibung:

      Das historische Buch können zahlreiche Rechtschreibfehler, fehlende Texte, Bilder, oder einen Index. Käufer können eine kostenlose gescannte Kopie des Originals (ohne Tippfehler) durch den Verlag. 1811. Nicht dargestellt.

    • Sehr löblich. Nebenbei: Müsste man das nicht längst komplett gratis als eBook bekommen können? Gesucht hab ich noch nicht, aber ich habe auch noch kein sinnvolles Gerät dazu.

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