Au ha. Das ist das Erste, was mir hierzu einfällt. Auf einer theoretischen „Wird irgendwann mal gelesen“-Liste steht der Text spätestens, seitdem ich Venus in Furs von Velvet Underground kenne und schätze – und erst neulich hab ich eine ganz eigenständige und sehr gute Venus in Furs von Electric Wizard kennenlernen dürfen – aber genug der Musik!
Meine Neugierde war jedoch nie groß genug, um den Text zu kaufen. Zum Glück, wie ich heute weiß. Denn nach dem Kauf eines Tablets kreuzten sich zwei Neugierden: die Neugierde auf den Text und die Neugierde, wie es sich auf einem Tablet liest. Da das Buch alt genug ist, um als freier Text durchs Netz zu geistern, war es eine willkommene Probe.

Also, willkommen war es nur, bis ich die ersten Seiten gelesen hatte. Ich wurde nämlich permanent von allen Seiten abgelenkt. Das schob ich anfangs noch auf die ungewohnte Tabletleserei, musste mir aber irgendwann eingestehen, dass es wohl doch eher am Text lag.

Der Text selbst, um endlich mal zum Punkt zu kommen, ist ein Rahmen im Rahmen im Rahmen (hab ich einen Rahmen vergessen?), die notwendigen Figuren (Stücker 3 bis 4) sind durchaus interessant, werden aber durch ein exzessiv retardierendes Element immer nervtötender. Anders gesagt: Man könnte die gesamte Geschichte problemlos auf einem Zehntel der Seiten zusammendampfen ohne auch nur ein einziges Detail auszulassen. Im Gegenteil – man behielte immer noch genug Raum, eine der Figuren ein mittleres Epos vortragen zu lassen, um den Leser zu amüsieren.

Leopold? Danke, aber nein danke!