Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Die Räuber vom Liang Schan Moor

Es war angeblich Mao Zedongs Lieblingslektüre, die Geschichte der Räuber aus dem Liang Schan Moor. Es war definitiv eine meine Lieblingsserien, als ich Kind war. Die Lektüre war daher Zeitreise, kulturgeschichtliches Erlebnis und viel, viel Staunen. War die Serie noch eine Art zeitgeschichtliches Dokument, so erlebt man bei der Lektüre ein fabulöses Märchen aus Versatzstücken chinesischer Geschichte, gewürzt mit tolldreisten Zauberern, leibhaftigen Drachen und allerlei intensiven Schilderungen. Es ist qualitativ ein Mix aus Tausendundeiner Nacht, Simplicissimus und Marco Polo.
Wer wie ich wenigstens einmal die Woche der asiatischen Küche huldigen muss und auch ansonsten fasziniert auf das Reich der Mitte blickt, der kommt um diesen Text praktisch nicht herum. Absolute Leseempfehlung!

PS: Gehört natürlich zum Kanon der chinesischen Klassiker.

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Thomas de Quincey, Bekenntnisse eines englischen Opiumessers

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  1. Ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen. Mal schauen, ob man da noch etwas machen kann, denn ein „fabulöses Märchen“ spräche mich definitiv an.

    • Um Missverständnissen vorzubeugen: Märchen natürlich nicht im Sinne der Brüder Grimm, sondern eher im Sinne einer epischen Geschichte mit Elementen aus der Sage und Legende. 🙂

  2. Jarg

    An die Serie kann ich mich gut erinnern, weil ich da auch immer vorm Bildschirm hing. Völlig verdrängt hatte ich, dass es dazu auch eine – ganz offensichtlich lesenswerte – literarische Vorlage gibt. Danke!

    • Aufgrund der Geschichte und der Darstellung der chinesischen Gesellschaft ist das Buch auf jeden Fall lesenswert. Stilistisch braucht man dagegen nicht unbedingt das Höchste zu erwarten. Wobei ich einräume, die alte Kuhn-Übersetzung gelesen zu haben, vielleicht gibt es inzwischen eine neuere Version. Verdient hätte es der Text jedenfalls.
      Übrigens finde ich auch für das Verständnis der heutigen chinesischen Kultur die Bücher aus dem bekannte Kanon sehr hilfreich. Denn Kaiser von China hin, KP China her – politisch hat sich seit 2000 Jahren in diesem Land nur wenig geändert. Die Strukturen aus Beamten und Bonzen sind immer noch dieselben.

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