Doc Tottes Welt

Essays, Skizzen und Gedanken

Stefan Zweig, Schachnovelle

Es ist schon einige Jahre her, dass ich die Verfilmung mit Curd Jürgens gesehen habe. Und obwohl ich eigentlich nichts Besonderes erwartet hatte, kann ich mich heute noch daran erinnern, dass mich der Film in seiner schlichten, aber packenden Geschichte gefesselt hat. Eher zufällig bin ich jetzt nach einigen Jahren auch auf den Text gestoßen und dachte: Warum nicht auch mal lesen?

Kurz zum Grundthema: Ich finde Schach relativ öde. Zugegeben, ich spiele es nur sehr rudimentär, um nicht zu sagen lächerlich schlecht. Das hat zum Teil damit zu tun, dass ich es an sich relativ langweilig finde (Go ist schon aufgrund der viel größeren Möglichkeiten wesentlich mehr Tiefe). Das hat aber noch mehr damit zu tun, dass die Mehrheit der guten und sehr guten Schachspieler an meiner Schule frappierend dumm waren. Und ich meine im Wortsinne dumm. Die konnten ihre Züge auf dem Brett, waren aber sonst kaum in der Lage das Klassenzimmer zu finden, geschweige denn in irgendeinem Fach oder auch nur als Mensch zu glänzen. Tja, und seitdem habe ich einen etwas unangenehmen Beigeschmack, wenn mir jemand mit Schach kommt.

Nicht aber – um endlich aufs Buch zurückzukommen – im Fall dieser Novelle! Es ist enorm spannend, selbst wenn man vom Spiel keine Ahnung oder daran kein Interesse hat. Denn viel wichtiger als das Spiel ist ja die Schilderung der Psyche. Und gerade das macht sie so interessant und eindeutig empfehlenswert!

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  1. Oh ja. Klasse, sowohl das Buch wie auch der Film. Ich habe auch den Film zuerst gesehen und danach aus Neugierde die Vorlage gelesen, beides hat seinen Reiz. Die Einstellung im Film, wo man von oben die Menschen als Schachfiguren sieht, bleibt in Erinnerung.
    Ich wollte eigentlich immer gerne besser Schach spielen können, aber wenn alle die das können doof sind…

    • Ich erinnre mich vor allem gern an die Blicke von Jürgens. Ich glaube, das war auch der Film, bei dem ich verstanden habe, warum er ein guter Schauspieler war.

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